Nach Planung von Astrid Reisener und mit Begleitung von Marion Ohland und Katharina Hartmann hat die Fachschaft Latein am 04. Mai 2026 gemeinsam mit über 50 Schülerinnen und Schülern der Jahrgänge 7 bis 11 ergänzend zum alltäglichen Lateinunterricht das Museum und den archäologischen Park „VARUSSCHLACHT“ im Osnabrücker Land – Museum und Park Kalkriese besucht.
So fuhren wir Lateiner morgens mit einem voll besetzten Bus zum Ausflugsziel. In zwei kleinere Gruppen aufgeteilt erhielten wir zunächst eine spannende Führung zur Varusschlacht im Jahr 9 n. Chr., bei der die römischen Legionen des Varus von germanischen Kriegern unter Arminius besiegt wurden. Besonders beeindruckend war, dass wir nicht nur zahlreiche originale Fundstücke und anschauliche Realia in der Ausstellung betrachten, sondern auch das historische Schlachtgelände selbst erkunden konnten. Im Wald und auf den offenen Flächen bekamen wir einen lebendigen Eindruck von den Bedingungen, unter denen die Schlacht stattfand, und konnten die Ereignisse so hautnah nachvollziehen: Wir entdeckten schaurige germanische Feuer- und Opferstätten im Moor sowie düstere Versteck- und Tarnmöglichkeiten im Wald – perfekt für die „Nadelstich-Angriffe“ der Germanen. Rostende Stahlplatten markieren den Weg der Römer, Holzschnitzel den Hinterhalt der Germanen. Zunächst sahen wir den Verlauf des Walls, dann folgte der Blick auf den rekonstruierten Teil. Und hier wurde die Falle offensichtlich – und mit ein wenig Phantasie spürten wir als Besucher das Entsetzen, das die Römer ergriffen haben musste, als sie die Falle entdeckten. Innerhalb nur weniger Tage gelang es den Germanen als „Hinterwäldler“ gleich drei der nahezu als unbesiegbar geltenden römischen Legionen stark zu dezimieren und schließlich zu schlagen. Die Verzweiflung in Kaiser Augustus‘ Worten („Vare, redde mihi legiones meas! – Varus, gib mir meine Legionen wieder!“), bekommt so eine ganz neue Tiefe, als wenn man die Worte als Lateiner einfach „nur“ übersetzt.



Im Anschluss an die erste Führung durften die Schülerinnen und Schüler nach einer Mittagspause authentische römische und germanische Kleidung anprobieren. In Verbindung mit anschaulichen Anekdoten und Informationen aus der Antike erfuhren wir viel über das damalige Alltagsleben der Römer und der Germanen und konnten Geschichte ganz praktisch erleben. Mit Witz und Wissen haben nicht nur die Schülerinnen und Schüler etwas dazugelernt, sondern auch die begleitenden Latein-Lehrkräfte.
Für alle wurden die Inhalte des Lateinunterrichts in Kalkriese auf anschauliche Weise zum Leben erweckt.
Autorin: Katharina Hartmann, StR‘ (Stand: 09.08.2026)